Diesmal ist das Thema dieses Blogs kein kommunalpolitisches, sondern es folgen einige Bilder und kleine Anmerkungen aus einer Tagesreise an die Grenze zwischen China und Nordkorea. Und ein Schwerpunkt dieses Textes ist ein vergangener Krieg.
Ausgangspunkt der Reise war die Stadt Shenyang im Nordosten Chinas, einer Stadt mit fast 10 Millionen Einwohnern. In dieser Stadt gibt es ein Unternehmen, das Flugzeuge entwickelt und baut: Shenyang Aircraft Corporation. Hier ein Beispiel einer alten MiG 21, die vermutlich in Shenyang in Lizenz gebaut wurde:
Von Shenyang im Nordosten Chinas, dem Ziel meiner Reise, ist es nicht allzu weit bis zur Grenze zu Nordkorea, so daß sich ein Ausflug an diese Grenze anbot. Auf der chinesischen Seite liegt die Stadt Dandong, eine Stadt mit etwa 2 Millionen Einwohner, direkt am Fluß Yalu Jiang (koreanisch: Amnokgang), der an dieser Stelle die Grenze zwischen China und (Nord-)Korea darstellt.
Bahnreise
Und da ja viel geschimpft wird auf die Deutsche Bahn, wollte ich einmal in China mit dem Zug fahren. Also keinem Vorortzug sondern schon mit einem schnellen Zug, einer Art chinesischem ICE. Und bei einer Bahnreise in China ist vieles anders als in Deutschland. Man muß bei diesen Fernzügen das Ticket vorab buchen, inkl. Angabe der Ausweisnummer (bei mir war das die Nummer des Reisepasses). Fahrkarten sind immer mit einer Sitzplatzreservierung verbunden. Wir waren dann etwa 1 Stunde vor Abfahrt des Zuges am Bahnhof in Shenyang, denn man kann nicht einfach so in den Zug einsteigen. Man wird kontrolliert: Ausweis vorlegen und das Ticket wird geprüft. Danach kommt eine Gepäck- und Personenkontrolle, fast so umfangreich wie an einem Flughafen. Das Gepäck wird durchleuchtet und die Personen gehen durch eine Schleuse und werden gescannt. Alles OK, jetzt können wir in den Zug einsteigen und fahren los. Wikipedia hat auch einen Text zu dieser Bahnstrecke: Schnellfahrstrecke Shenyang–Dandong. Nach etwa 1.5 Stunden kamen wir dann in Dandong an.Krieg
In der Kürze der Zeit konnte ich nicht viele Eindrücke von der Stadt Dandong gewinnen. Aber ein Thema in der Stadt war der Korea-Krieg: Korea-Konflikt. Direkt am Fluss findet man bereits ein Denkmal:Blick nach Nordkorea
Eine nicht zu übersehende Stelle ist die Chinesisch-koreanische Freundschaftsbrücke. Diese Brücke wurde im Krieg von amerikanischen Flugzeugen zerstört, um den Nachschub aus China für die nordkoreanischen Truppen abzuschneiden.Etliche Jahre später wurde eine neue Brücke parallel zur alten Brücke gebaut.
Durch die Brücke selbst, als auch durch diverse Flussrundfahrten, ist es Touristen möglich, einen Blick nach Nordkorea zu werfen.
Quelle: Chinesisch-koreanische Freundschaftsbrücke
Und das wollte ich dann auch machen. Hier folgen jetzt einige meiner Bilder von Nordkorea, aufgenommen vom Schiff auf der Flußmitte:
Blick auf China
Die andere Seite des Flusses gehört zu China. So sieht das Flussufer auf dieser Seite aus:Fazit
Ich habe keinen Fuß auf nordkoreanischen Boden gesetzt.Wenn man einen Blick von der Flußmitte auf das nordkoreanische Ufer wirft, wieviel von Nordkorea erkennt man dann? Gewinnt man Einblicke in das Leben in Nordkorea? Wie fällt der Vergleich zwischen der chinesischen und der nordkoreanischen Seite aus?
Nun, wenn Sie in Biebrich in ein Schiff einsteigen und eine Tour bis Ingelheim machen und von dort wieder zurück, wieviel Einblicke in das Leben in Rheinland-Pfalz gewinnen Sie dann? Trotzdem möchte ich die Bootsfahrt nicht missen.
Und wie immer auf diesem Blog gilt: Ein Urteil bilden Sie sich bitte selbst.
Ein Klick auf die Bilder zeigt Ihnen diese in vergrösserter Form an. Ich konnte nicht dichter ran an ein Motiv auf nordkoreanischer Seite.
Und diese Flußfahrten werden für Chinesen gemacht, nicht für westliche Touristen.
Museum
Natürlich gibt es in Dandong ein Museum zum Thema Korea-Krieg, da dieser Krieg ein prägendes Ereignis war. Also habe ich dieses Museum besucht.An der Eingangstür findet man diesen Satz:
Im Museum gab es verschiedene Darstellungen von Schlachten, natürlich der (aus chinesischer Sicht) erfolgreichen Schlachten und der Heldentaten der koreanischen und chinesischen Soldaten. Davon habe ich aber keine Fotos gemacht. Aber zur Einstimmung der Besucher gab es folgende Hinweise:
Das Schlusswort der Ausstellung lautete dann wie folgt:
Und nach der chinesischen Darstellung des Krieges möchte ich auf den Verlauf des Krieges über die Jahre verweisen: Kriegsverlauf.
Zurück nach Shenyang
Zurück nach Shenyang ging es wieder mit der Bahn, die manche Abschnitte mit über 200 km/h fuhr, dabei waren die Erfahrungen die gleichen wie bei der Hinreise.Zur Zeit meines Besuches herrschten in Shenyang Temperaturen von -15°C tagsüber und -25°C in der Nacht. Da fühlt man sich zwar nicht wie in Deutschland, aber bei diesem Schild dann doch wieder:
Irgendwie fühlen sich diese kommunistischen Länder doch etwas preussisch an.
Und ein klein wenig schmunzeln musste ich, als ich in einem Einkaufszentrum in Shenyang auf dieses Geschäft stiess:
Eine "grüne Partei" in China. Warum nicht, in Shenyang gab es auch eine SPD-Bank. Im Laden verkaufen sie irgendwelchen Krims-Krams.
















